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Zwangsarbeiter

 

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Die Zwangsarbeit von mehr als 10 Millionen Europäern für das nationalsozialistische Deutschland war einer der Hauptanklage-punkte im Nürnberger Prozess. Es dauerte dennoch über 50 Jahre, bis die Geschichte der Zwangsarbeit ins öffentliche Be-wusstsein trat. Ausgelöst wurde diese späte Beachtung durch die Diskussion und Verhandlungen um eine Entschädigung der ehemaligen Zwangsar-beiter/innen, die zur Gründung der deut-schen Stiftung zur "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" führten.

Die Zwangsarbeit fand flächendeckend im Deutschen Reich statt und war so das Verbrechen mit der größten öffentlichen Beteiligung und Wahrnehmung.

Die Praxis der Zwangsarbeit folgte zentralen Verordnungen und Befehlen, wurde aber immer auch lokal und regional geprägt. Art und Umfang der Zwangsarbeit unterscheiden sich je nach Region und Zeitpunkt im Deutschen Reich.

Die vielfältigen Formen der Zwangsarbeit hatten fließende Übergänge zur freien Lohnarbeit, die eine Entscheidung über die Zugehörigkeit zur Gruppe der Zwangsarbeiter oft erst im Detail möglich machen. Auf diese Problematik geht ausführlich der Historiker Mark Spoerer ein. In der hier vorliegenden Arbeit wird dieser Problematik insofern versucht, Rechnung zu tragen, als von Zwangsarbeit dann gesprochen wird, wenn die Arbeits- und Lebensbedingungen der zivilen ausländischen Frauen und Männer sowie der Kriegsgefangenen eine entsprechende Zuordnung eindeutig oder mehrheitlich erlauben. Formal unterlagen die Kriegsgefangenen dem Völkerrecht, aber in der Praxis waren insbesondere die sowjetischen Kriegsgefangenen einer bis zur Massenvernichtung gesteigerten Behandlung unterworfen.

 

KZ Esterwegen

Dieses wurde sofort nach der sogenannten "Machtübernahme" durch die Nationalsozialisten errichtet (Staatliche Moorverwaltung in Papenburg). Im Juni 1934 waren 812 Gefangene in Esterwegen inhaftiert. Im Juli 1935 befahl der Reichsführer SS Heinrich Himmler, potentielle Staatsfeinde, oft aus den Reihen der Kommunisten, einzuliefern. Es wurden auch Homosexuelle und "Berufsverbrecher" eingewiesen. Die "Inspektion der Konzentrationslager" von Theodor Eicke führte am 1. August 1934 die im KZ Dachau entwickelte "Lager- und Diziplinarordnung" auch in Esterwegen ein. Dieses ermöglichte den Aufsehern willkürliche Auslegung und verhinderte nicht, dass Häftlinge bis zum Tod geschliffen wurden.

Karl Otto Koch wurde 1936 als neuer Lagerkommandant eingesetzt und plante einen weiteren Ausbau des Lagers.

 
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 Lager XIV (Bathorn)

Das Lager XIV (Bathorn) wurde 1938 als eines von acht neuen Emslandlagern mit Platz für 1.000 Gefangene
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errichtet, es wurde aber nur kurze Zeit mit Strafgefangenen belegt. Im September 1939 wurde das Lager vom Oberkommande der Wehrmacht (OKW) übernommen und als Kriegsgefangenen-Mannschaftsstammlager VI C Bathorn mit den Zweiglagern Dalum, Groß Hesepe, Alexisdorf und Wietmarschen geführt. Die regionalen Behörden erhofften sich von der Zusage ds OKW, bis Anfang Oktober 1939 16.000 bis 17.000 Kriegsgefangene in den neun emsländischen Kriegsgefangenenlagern unterzubringen und einen Ausgleich für den Ausfall von Arbeitskräften nach dem Abzug des Reichsarbeitsdienstes 1939 zu erzielen.

 
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Lager Alexisdorf

Das Lager XI Alexisdorf war im Mai 1939 als eines von acht neuen Straf-gefangenenlagern im Emsland für 1.000 Jusitzgefangene fertiggestellt worden. Eine Belegung erfolgte jedoch zunächst nicht, bis im September 1939 das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) das Lager als eines von neun Emslandlagern übernahm und es als Zweiglager des Kriegsgefan-genen-Mannschaftsstammlagers VI C Bathorn mit den weiteren Zweig-lagern Groß Hesepe, Dalum und Wietmarschen errichtete.

 

 

 

Gedenkstein

Am 11. Juli 2003 wurde ein Gedenkstein für Zwangsarbeiter am ehemaligen Nebenstellen-Kriegsgefangenenlager Herzford des Stalags VI C Bathorn errichtet. Die Familie Leroux aus Frankreich wohnte der Enthüllung des Gedenksteines bei. Francois Leroux war in der Zeit von 1941 bis 1945 als Zwangsarbeiter im Lager Herzford gewesen. In Lohne selbst war er als der "kleine Franz" bekannt. Er ist seit 2001 verstorben.

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Friedhof für sowjetische Kriegsgefangene in Dalum.

Während der hohen Sterblichkeit in den Jahren 1941/42 wurden hier ca. 19.000 verstorbene Kriegsgefangene, vornehmlich aus den Lagern Alexisdorf und Wietmarschen, bestattet.

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Friedhof des Lagers Alexisdorf, der im Jahr 1943 angelegt wurde. Hier ruhen etwa 1.000 sowjetische Kriegsgefangene.

 

 

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Im August 1990 zu Besuch auf der Neugnadenfelder Kriegsgräber-stätte: Die damals 70jährige Anna Kordecka mit ihrer Nichte Dara Gnadiw (links) im Gedenken an den Bruder und Onkel Wassili Michailowitsch Kordecka.

Foto: Friedel Gerlach

 

 

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Ukrainische Zwangsarbeiterinnen in einem Niedergrafschafter Außenlager.

 

 

 

 

 

 

Interview

Die Familie Bonte beschäftigte mehrere Kriegs- und Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkrieges, einen Belgier und eine Polin. Sie lernten sich während der Gefangenschaft auf dem Hof kennen. Als sie in der Nachkriegszeit nach Hause reisen durften, versteckte sich der Belgier für längere Zeit auf dem Heuboden der Famlie Bonte. Durch den langen Kontakt lernten sie sich immer besser kennen und lieben, sodass sie nach einen Jahren nach Belgien zogen und heirateten. Nach Jahren besuchten sie die Familie Bonte in Sieringhoek.

 
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 Zeitzeugenbefragungen durch die Schüler/innen.