suchen: 
 
Kontakt
Impressum
Kriegsgefangene/DP's

Bild_Krieg036.jpg

Dokumtations- und Informationszentrum Emslandlager (DIZ) in Papenburg: Lagermodell als Bestandteil der dortigen Dauerausstellung.

Bild_Krieg037.jpg

Lagereingang Stalag VI C Bathorn.

Bild_Krieg038.jpg

Eingang zum eingezäunten Gefangenenbereich in Bathorn.

Emslandlager (XIV Bathorn)

Das Lager Bathorn wurde 1938 als eines von acht neuen Emslandlagern mit Platz für 1.000 Strafgefangene errichtet und nur für kurze Zeit mit Strafgefangenen belegt. Im September 1939 wurde das Lager vom Oberkommando der Wehrmacht (OKW) übernommen und als Kriegsgefangenen-Mann-schaftsstammlager VI C Bathorn mit den Zweiglagern Dalum, Groß Hesepe, Alexisdorf und Wietmarschen eingerichtet. In den Lagern waren bis Anfang 1939 16.000 bis 17.000 Kriegsgefangene untergebracht.

1939 waren ca. 5.000 polnische Gefangene im Lager. Am       4. Dezember 1939 waren im gesamten Stalag VI C nur noch 571 Polen registriert. Sie wurden zum Wegebau und zur Kuhlenarbeit in der Grafschaft Bentheim herangezogen. Ab Mai 1940 wurden dann niederländische und französische Kriegsgefangene in das Lager eingewiesen.

Erst für den 10. September 1940 liegen weitere Zahlenangaben über die Belegung der Kriegsgefangenenlager vor. Hiernach war das Stalag VI C Bathorn mit seinen vier Zweiglagern mit 16.552 Insassen belegt, darunter 13.060 französische, 343 englische (am 25. September 1940 nur noch zwei), 943 belgische und 2.206 polnische Kriegsgefangene.

Am 1. Mai 1941 wurden auch erstmalig 593 jugoslawische, am 1. Juni 1.450 serbische Kriegsgefangene und am 1. August 5.984 sowjetische Kriegsgefangene im Stalag VI C registriert. Die Höchstbelegung der fünf Lager lag am 1. September 1941 bei 27.313 Kriegsgefangenen.

Am 10. August 1941 findet sich für das "Russlandlager" Bat-horn eine Zahl von 4.016 sowjetischen Lagerinsassen ange-geben.

In überfüllten Lagern starben die meisten sowjetischen In-sassen unter den katastrophalen Umständen an Hunger, Krankheiten, Kreislaufversagen, Seuchen und Kälte.

Am 5. April 1945 wurde das Lager Bathorn vone iner der er-sten polnischen Panzerdivisionen befreit. Im Oktober 1945 lebten hier ca. 1.800 Zivilisten (Polen und Ukrainer). Anschließend erfolgte die Umnutzung für die Belegung mit deutschen Flüchtlingen und Heimatvertriebenen.

 

 

 

 

Displaced Persons

  Bild_Krieg039.jpg

 Ukrainische Zwangsarbeiterinnen zur Registrierung im Lager Bathorn bei Hoogstede.

 

Bild_Krieg040.jpg

Farbige Angehörige der französischen Kolonial-truppen werden in menschenverachtender Form bloßgestellt. (Bathorn, Winter 1941).

Nach der Befreiung von ca. acht bis zehn Millionen Zwangsar-beitern musste eine neue Bezeichnung für diese Personengruppe gefunden werden. Sie wurden in Displaced Persons (DP) umbenannt.

Displaced Persons waren Zivilpersonen, die sich wegen Kriegseinwirkung außerhalb ihrer nationalen Grenzen befanden und die:

  • Obwohl sie es wollen, nicht in der Lage sind, nach Hause zurückzukekrehn oder ein neues Zuhause ohne fremde Hilfe zu finden.

  • In ihre Heimatländer zurückgebracht werden wollen. Diese theoretische Definition wurde in der Praxis etwas erweitert, sodass befreite Kriegsgefangene, nach Kriegsbeginn freiwillig nach Deutschland gekommene Osteuropäer und vor der sowjetischen Armee Geflüchtete auch als DP's galten. Deutsche Flüchtlinge, sogenannte Vertriebene, galten nicht als DP's.

 

Displaced Persons nach dem Zweiten Weltkrieg

Der Begriff "Displaced Persons" wurde im Zweiten Weltkrieg vor allem für die Zwangsarbeiter und Zwangsverschleppten der Nationalsozialisten Herrschaft verwendet, die vornehmlich aus osteuropäischen Staaten stammten und sich nach 1945 in Deutschland aufhielten. Insbesondere wurden Menschen so bezeichnet, die von den Nationalsozialisten verschleppt oder als sogenannte Fremdarbeiter im Ausland angeworben worden waren und am Ende des Zweiten Weltkrieges aus Konzentrationslagern, Zwangsarbeit und teilweise auch aus Kriegsgefangenschaft befreit wurden bzw. durch vom Kriegsende bedingte Umstände frei kamen.

Bild_Krieg041.jpg BildKrieg_042.jpg Bild_Krieg043.jpg Bild_Krieg045.jpg Bild_Krieg046.jpg Bild_Krieg044.jpg

 

Kriegsgefangene

Bild_Krieg047.jpg

Russischer Kriegsgefangener vor der Hinrichtung 1941. Auf der Flucht hatte dieser aus Angst vor Verrat und Tod eine Bauers-frau getötet.

Wilhelm Niermann hatte seinen Betrieb 1938 nach Gildehaus verlegt. In der Werkstatt waren während des Krieges Gefangene untergebracht, die auf Bauernhöfen arbeiten mussten.

Auch Holländer wurden in Deutschland dienstverpflichtet, zum Teil in Lagern oder bei Landwirten.

Die polnischen Arbeitskräfte hatten immer einen Arbeitspass bei sich zu führen, aus dem der Name, der Arbeitgeber, der Wohnort und die Gültigkeitsdauer hervorging.

"Der Krieg hat die wehrpflichtigen Männer unserer Dörfer und Städte an die Front gerufen. Ihre Arbeitsplätze in der Heimat werden von fremden Männern eingenommen und aller Wahrscheinlichkeit nach werden auch nach dem beendeten Krieg fremde Arbeitskräfte, besonders Polen, noch lange hier bleiben müssen. Das schadet auch nichts! Es ist nur notwendig, diesen fremdblütigen Arbeitern den nötigen Abstand zu zeigen. Sie sind ausschließlich zum Arbeiten hierher gekommen! ... in die Hausgemeinschaft gehört der Pole nicht hinein."

(Grafschafter Kreisblatt, 22. August 1941)

Nach dem Krieg blieb Boleslaw Ziekowski (genannt Bollek) bis zu seinem Tode im Januar 1977 in der Sägemühle in Westenberg ansässig.

Über 30 Jahre wohnte und arbeitete er bei den Familien Johann und Jan Schulte-Westenberg und erfüllte treu und gewissenhaft seine Pflicht. In Gildehaus/Westenberg war Bollek ein geachteter und angesehener Mann, der sich großer Beliebtheit erfreute.

Bild_Krieg048.jpg Bild_Krieg050.jpg

Französische Kriegsgefangene mit Wachsoldat zwischen Zelt- (Vor-) und Hauptlager, 1940.

 

Wachleute

Bild_Krieg051.jpg

Wachleute des Lagers Bathorn.

Wachleute waren eingesetzt zur Bewachung der Lager für aus-ländische Arbeiter und Arbeiterinnen sowie für Kriegsgefangene in den Arbeitskommandos. Es bestand der Befehl, auf flüchtende slawische Gefangene sofort zu schießen. Wenn ein Ge-fangener Anzeichen des Widerstandes oder Ungehorsam zeigte, wurden Disziplinarmaßnahmen eingeleitet. Die Überwachung und Bestrafung der Zwangsarbeiter erfolgte durch Wachleute, Polizei, Gestapo und Sondergerichte.

Bild_Krieg049.jpg

Sowjetische Kriegsgefangene transportieren per Karre einen toten Kameraden zum "Russenfriedhof" in Alexisdorf, begleitet von einem deutschen Wachmann (rechts).

Bild_Krieg053.jpg

 

Bild_Krieg052.jpg